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28.03.2019, 12:34 Uhr
EAK kritisiert den Kompromiss zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partner
EAK kritisiert den Kompromiss zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partner
 Presseerklärung des Evangelischen Arbeitskreises (EAK), CDU-Kreisverband Böblingen, zur Verabschiedung des Gesetzes zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare durch die Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg am 23.3.2019

 

Der EAK-Kreisverband Böblingen würdigt das ernsthafte Ringen des Kirchenparlaments und der Kirchenleitung um ein Verfahren im Umgang mit gesellschaftlichen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf das kirchliche Leben. Allerdings muss nach Ansicht des Evangelischen Arbeitskreises der CDU kritisch gefragt werden: Welche Orientierung geht von diesem Gesetz aus? Was ist das Wesen und die Aufgabe von Kirche?

Die Grundeinsicht der Reformation Martin Luthers bestand darin, dass Gewissheit des Glaubens durch die Wirkung des Wortes Gottes entsteht. Klarheit und Wahrheit hängen demnach zusammen. Kirche ist im evangelischen Sinne ein "Geschöpf des Wortes Gottes" und hat es mit Heil und Erlösung zu tun.

Das jetzt verabschiedete Gesetz zielt dagegen auf etwas anderes ab. Kirche versteht sich darin als Dienstleister für eine pluralistische Gesellschaft. Sie soll Forderungen und Wünsche von Einzelpersonen und Gruppen aufnehmen und gesellschaftliche Entwicklungen in sich und ihren Angeboten abbilden. Verkündigung, die von der Bibel ausgehend auch kritisch zur Gesellschaft und zum Tun der Menschen steht, tritt in den Hintergrund. Die Einheit der Kirche entsteht dann nicht aus einem gemeinsamen Bekenntnis zur theologischen Wahrheit, sondern nur in einem rechtlich-organisatorischen Sinne. Tatsächlich kommt ein loses Nebeneinander von Personen und Gemeinden unterschiedlichster inhaltlicher Ausrichtung zustande. Die evangelische Kirche beschränkt ihre Aufgabe zur Orientierung darauf, zum gegenseitigen Respekt aufzurufen. Was Lehre und Einsicht der Reformation und des lutherischen Bekenntnisses ist, an das sich die Landeskirche formal gebunden hat, wird so zu einer Option neben anderen.

Die evangelische Kirche verliert durch Anpassung an den gesellschaftlichen Pluralismus viel von einem erkennbar kirchlichen Profil. Die Verantwortlichen wollten die gesellschaftliche Relevanz und Akzeptanz der Kirche erhöhen. Es steht zu befürchten, dass das Gegenteil erreicht wird. Der Evangelische Arbeitskreis der CDU sieht sich umso mehr vor die Aufgabe gestellt, mit einer authentisch evangelischen Stimme sowohl in die Kirche als auch in die politisch-gesellschaftliche Öffentlichkeit hineinzuwirken.

Böblingen, den 23. März 2019

Für den EAK-Kreisverband: Dr. theol. Christian Herrmann